- Finanzierungsplattform von Team Europa für erneuerbaren Wasserstoff in Chile fördert grünen Wasserstoff, damit das Land bis 2050 zu 100 Prozent saubere Energie nutzen kann
Die Europäische Kommission, die Europäische Investitionsbank (EIB), die KfW Entwicklungsbank im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und der EU-Kommission, die Corporación de Fomento de la Producción (CORFO) und das chilenische Energieministerium haben heute eine Vereinbarung unterzeichnet, um über die Finanzierungsplattform von Team Europa für erneuerbaren Wasserstoff in Chile diese wachsende Branche im Land zu fördern. An der Unterzeichnung in Santiago de Chile nahmen Jozef Síkela, EU-Kommissar für internationale Partnerschaften, der chilenische Energieminister Diego Pardow, José Miguel Benavente, Executive Vice-President der CORFO, die EIB-Direktorin für Internationale Partner, Thouraya Triki, und – als Vertreter der KfW – Thomas Schmitt, Leiter des Referats für Wirtschaft der Deutschen Botschaft in Chile, teil.
Die Finanzierungsplattform fördert die Dekarbonisierung der chilenischen Wirtschaft. Sie schafft damit grüne Arbeitsplätze und eröffnet Geschäftschancen für chilenische und europäische Unternehmen. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, die europäische Importnachfrage nach grünem Wasserstoff zu decken. Sie ist Teil der Global-Gateway-Investitionsagenda der EU für Lateinamerika und die Karibik, die dringende Investitionsvorhaben ermöglicht, um Infrastrukturmaßnahmen in der Region in Angriff zu nehmen und gleichzeitig eine lokale Wertschöpfung sowie Wachstum, gute Arbeitsplätze und den sozialen Zusammenhalt zu fördern.
Die EIB und die KfW können Chile über die Plattform jeweils bis zu 100 Millionen Euro, insgesamt also höchstens 200 Millionen Euro, zur Verfügung stellen, die die CORFO als Durchführungsstelle an Initiativen für sauberen Wasserstoff weiterleitet. Hinzu kommt ein EU-Zuschuss von 16,5 Millionen Euro aus der Investitionsfazilität für Lateinamerika und die Karibik. Die Finanzierungsplattform hilft dem Land bei seinem ehrgeizigen Ziel, erneuerbare und saubere Energien zur Hauptquelle und bis spätestens 2050 zur einzigen Quelle für Strom und Wärme zu machen. Durch die Initiative sollen landesweit neue Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Leistung von mindestens 150 Megawatt sowie neue Elektrolyseure mit einer Leistung in derselben Größenordnung entstehen.
Jozef Síkela, EU-Kommissar für internationale Partnerschaften: „Mit dem Abkommen bekräftigt die EU ihre Vision von grünem Wasserstoff als wichtige Säule der Energieversorgung von morgen. Gemeinsam mit Chile, das in diesem Bereich zu den führenden Ländern in der Region gehört, fördern wir die Entwicklung dieser Schlüsselbranche. Über die Zusammenarbeit von CORFO, EIB, KfW und EU fließen strategische Ressourcen in innovative Projekte, die sowohl für Chile als auch für Europa von Nutzen sind. Die Initiative ist ein gutes Beispiel für das Engagement von Team Europa für Nachhaltigkeit, grüne Arbeitsplätze und noch engere Wirtschaftsbeziehungen.“
EIB-Vizepräsident Ioannis Tsakiris: „Über die Finanzierungsplattform von Team Europa für erneuerbaren Wasserstoff in Chile unterstützen wir die chilenische Regierung maßgeblich beim Aufbau einer nachhaltigen, wettbewerbsfähigen Wasserstoffbranche. Mit dieser Plattform bekräftigt Team Europa sein Engagement, zentrale Investitionsprioritäten von Global Gateway voranzubringen. Entsprechend den ehrgeizigen Klimazielen des Landes fördern wir grüne Energielösungen, die Arbeitsplätze schaffen, Innovationen vorantreiben und die Zusammenarbeit zwischen der EU und Lateinamerika stärken. Die Partnerschaft steht für unsere gemeinsame Vision für eine saubere, nachhaltige Zukunft.“
Diego Pardow, Energieminister der Republik Chile: „Mit dem Aufbau einer grünen Wasserstoffindustrie haben wir die Chance, die Dekarbonisierung weiter voranzutreiben, gleichzeitig hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen und den Regionen, in denen die Projekte durchgeführt werden, neue Chancen zu eröffnen. Daher ist diese Initiative gut für die Energiewirtschaft und auch gut für die Menschen in unserem Land. Mit der neuen Plattform unter der Leitung der EU setzen wir unsere langjährige, enge Zusammenarbeit fort.“
José Miguel Benavente, Executive Vice-President der CORFO: „Der Aufbau einer grünen Wasserstoffindustrie stellt nicht nur Chile, sondern alle Länder der Welt vor eine große Herausforderung. Unsere Initiative für grünen Wasserstoff, die mit Beiträgen multilateraler Institutionen wie der KfW und der EIB finanziert wird, ist ein wichtiger Schritt nach vorn. Denn damit haben wir Finanzierungsinstrumente an der Hand, die klar signalisieren, dass die Regierung hinter Großprojekten für den Aufbau der Branche steht. Wir nehmen diese Herausforderung voller Energie und Begeisterung an.“
Thomas Schmitt, Leiter des Referats für Wirtschaft der Deutschen Botschaft in Chile: „Chile hat ein enormes Erneuerbare-Energien-Potenzial für die Herstellung von grünem Wasserstoff. Um dieses Potenzial zu nutzen, braucht es private Investitionen. Mit ihrer Finanzierung im Auftrag des BMWK trägt die KfW dazu bei, entsprechendes Privatkapital frühzeitig zu mobilisieren. Später ermöglicht das auch den Export von grünem Wasserstoff an europäische Kunden, die dafür Wasserstoff-Partnerschaften abschließen.“
Die Finanzierungsplattform von Team Europa für erneuerbaren Wasserstoff in Chile fällt unter die Global-Gateway-Investitionsagenda der EU. Damit unterstützt die EU Projekte, die die globale und regionale Konnektivität in den Bereichen Digitales, Klima, Verkehr, Gesundheit, Energie und Bildung verbessern. Mit Global Gateway will die EU zur Schließung der globalen Investitionslücke beitragen. Im Zeitraum 2021–2027 sollen Investitionen von bis zu 300 Milliarden Euro in nachhaltige und hochwertige Projekte mobilisiert werden, die dem Bedarf der Partnerländer Rechnung tragen und den Menschen vor Ort langfristig nützen.
Hintergrund
Die EIB Global
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten. Sie vergibt Mittel für Investitionen, die zu den Kernzielen der EU beitragen.
Die EIB Global ist der Geschäftsbereich der EIB-Gruppe für wirksamere internationale Partnerschaften und Entwicklungsfinanzierungen sowie ein zentraler Partner bei Global Gateway. Bis Ende 2027 will sie Investitionen von 100 Milliarden Euro mobilisieren, rund ein Drittel des Gesamtvolumens von Global Gateway. Die EIB Global arbeitet als Teil von Team Europa eng und zielorientiert mit anderen Entwicklungsfinanzierungsinstituten und der Zivilgesellschaft zusammen. Über ihre Büros in aller Welt bringt die EIB Global die EIB-Gruppe näher zu den Menschen, Unternehmen und Institutionen vor Ort. Auf unserer Website finden Sie Fotos vom Sitz der EIB.
Die EIB Global in Chile
Die EIB ist der weltweit größte multilaterale Darlehensgeber. 2024 vergab sie über die EIB Global rund 8,4 Milliarden Euro für Projekte außerhalb der Europäischen Union. Die EIB Global wurde 2022 als Geschäftsbereich für die Aktivitäten außerhalb der EU eingerichtet. Seit der Aufnahme ihrer Aktivitäten in Chile im Jahr 1994 hat die Bank über 942 Millionen Euro zu günstigen Konditionen bereitgestellt, was die Laufzeit und die Zinsen betrifft. Damit will sie die Lebensqualität der Menschen verbessern.
Die EIB Global in Lateinamerika
Seit 2022 unterstützt die EIB Global Projekte in Lateinamerika mit langfristigen, günstigen Finanzierungen und stellt durch technische Hilfe sicher, dass sie eine positive Wirkung auf Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt haben. Die EIB ist seit 1993 in Lateinamerika tätig und hat dort seither rund 15 Milliarden Euro für mehr als 170 Projekte in 15 Ländern vergeben.
Die Global-Gateway-Investitionsagenda
Die EIB Global ist ein zentraler Partner bei der Global-Gateway-Investitionsagenda der EU. Damit unterstützt die EU Projekte, die die globale und regionale Konnektivität in den Bereichen Digitales, Klima, Verkehr, Gesundheit, Energie und Bildung verbessern. Investitionen in Konnektivität gehören zur DNA der EIB Global. Dabei schöpft sie aus der 65-jährigen Erfahrung der Bank in diesem Bereich. Seite an Seite mit unseren Partnern, anderen EU-Institutionen und den EU-Ländern wollen wir bis Ende 2027 Investitionen von 100 Milliarden Euro und damit rund ein Drittel des Gesamtvolumens von Global Gateway mobilisieren, auch Chile und anderen Ländern in Lateinamerika.